„Alles Walze“ – die Österreichische Mediathek

Unser letzter Kurstag vor Ostern endet mit einem Besuch in der österreichischen Mediathek!

#Von Wachswalzen, Dörrgeräten und dem großen Festplattenverbund.

Das österreichische Archiv für Tonaufnahmen und Videos aus Kultur- und Zeitgeschichte sammeln, herstellen, bewahren und zugänglich machen – Die Österreichische Mediathek

Früh morgens tauchen wir ein in die Faszination vergangener analoger Welten. Vortragender erklärt, dass man jeden guten Vortrag mit Walter Benjamin beginnt (jawoll!), weiters lernen wir was Viragierung ist, und dass Nitrofilm auch unter Wasser munter weiterbrennt, (weshalb man von einer unsachgemäßen Lagerung tunlichst absehen sollte).

Auf meinem Kaffeebecher glaube ich eine Mephisto-Gestalt (aus dem Film von1960) zu erkennen, es wird wohl Zeit für ein wenig Urlaub.

Dateien sind wie Pferde. Wenn sie nicht bewegt werden, gehen sie ein.

Wir hören historische Tondokumente, das “Aufziehen der Burgwache, 1910″, und verschiedene Figl-Reden (die teilweise nachträglich eingesprochen und rückdatiert wurden).
– Die Problematik der Retouche wird besprochen, welche es offenbar nicht erst seit Varoufake gibt.

Das Aufziehen der Burgwache.1910.m4a

Ein nahe gelegenes Café rettet uns in der Koffeinwüste.

Der gute alte Edison und sein Phonograph. Von alten Schellackplatten, und der Zeit als man noch “Kurbeln musste”.
Durchwegs philosophisch werden wir auf die Ostertage eingestimmt: “Von der Obsoleszenz der Geräte”, der “Erosion des Werkbegriffes”, und schließlich: dem Konzept der “ewigen Migration”.

#Mittagspause stellt hohe Anforderungen an das bibliothekarische Signaturverständnis.

Nur dass Tondokumente in Dörrgeräten (ja, die von den Pflaumen) zur Kurzkonservierung gedörrt werden, halten wir vorerst für einen Schmäh.

Was hier alles archiviert wird, macht uns staunen.
Süß auch, diese Iphone-Hüllen, die aussehen wie echte alte Audiokassetten.

Hach ja, das waren noch Zeiten, als man mit der Hand am RECORD-Knopf vom Kassettenrekorder auf die Ö3 Top 40 am Freitag Abend wartete..brauchts gar net so schauen, so alt bin ich schon.

Im Schallplattenwald.

Von Beethoven bis Schubert, alles da.

Und es stimmt doch: Schweizer Dörrgeräte, solide Ware zum Dörren von Tondokumenten (und Pflaumen).