
Das waren noch Zeiten.
Die tiefere Ordnung der Dinge

Das waren noch Zeiten.
Ab 16 Uhr Freitagnachmittag beantworte ich grundsätzlich alle Fragen nur noch mit dem aktuellen Kino-Programm, das ich nebenher geöffnet halte.
“Europäische Insolvenzverordnung?
Ach kommen Sie, das wollen Sie doch gar nicht.
Aber hier: "The Danish Girl” im Votivkino, 3. Reihe Mitte hätt ich noch oder ganz hinten wär noch was frei…oder soll es lieber ein Thriller sein..?“
Sonst gehen die ja nie nach Hause.

Ur nix los heute.
Die Nutzer haben aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt und erkennen meine Autorität bedingungslos an.
Die Nutzer spielen heute wieder so schön auf ihren Trompeten.
Das neue Jahr will uns sagen: Seids auch amal ein bisschen dankbar über die kleinen Dinge.

5 Minuten vor Schließzeit wandere ich jetzt immer durch die Leseplätze und spiele auf meiner Blockflöte “My heart will go on”.
Wirkt Wunder.
Ich biete dieses beliebte Service nun auch für andere Bibliotheken an, wahlweise auch mit “El Condor pasa” oder “Atemlos durch die Nacht”.

Weihnachtszeit ist Inventurzeit.
Ein guter Anlass Nutzer aufzufordern, zum Jahreswechsel ein wenig in sich zu gehen und das ein oder andere Buch zu retournieren.
Wir arbeiten schon mal am diesjährigen charmanten Aufruf an die wissenschaftlichen Entlehner.

Ich glaube wir stellen jeden Tag die selben 100 Bücher zurück, dreimal mindestens am Tag, immer die selben.
“Sie müssen sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen denken”, sagt Camus.
Na, ich weiß nicht.