Loseblatt-Lösung

Oft werden wir an Institute gerufen, wenn die Loseblattsituation schon erheblich eskaliert ist. Was wir dort erleben, was wir sehen, darüber zu schweigen gebietet uns unser Anstand und die ärztliche Schweigepflicht.

Zögern Sie nicht zu lange, suchen Sie Hilfe bei der Bibliothek, wenn die Pflege der Loseblattsammlungen nicht mehr bewältigbar ist.
Sie sind mit Ihrem Problem nicht alleine.

Oben im Bild die beste Loseblatt-Lösung aller Zeiten 🙂

Der Nutzer als Problem

Bibliothekaren sagt man nicht selten ähnliche böse Dinge nach, wie den Postbeamten am Schalter: sie seien wortkarg, kurz angebunden — grob. Ich habe Ihnen das gleich damals als schnöde Verleumdung bezeichnet.

(via)

„Wenn das Publikum, das auf Bibliotheken verkehrt, denselben
Untugenden fröhnt, wie das Publikum am Postschalter, dann mag wohl bisweilen
eine gewisse Aehnlichkeit zwischen den hier und dort expedirenden Beamten
zu bemerken sein. 
Und solche Untugenden giebt es in der That. Wenn eine Bibliothek vier Stunden lang geöffnet ist, so kann man sicher sein, daß in der vierten Stunde sich eben so viele Besucher einstellen, wie in den drei vorhergehenden zusammen, und wieder in der letzten Viertelstunde so viel, wie in den vorhergehenden drei Viertelstunden zusammen, und wenn die vier Stunden glücklich um sind, so kann man eben so sicher sein, daß nach Thorschluß noch zwei oder drei Nachzügler kommen, der eine mit größter Unverfrorenheit dahertretend, als ob er ganz in seinem Rechte wäre, der zweite verlegen die Uhr ziehend und fragend: „Die Zeit ist wohl eigentlich schon um?“ oder: „Es ist wohl eigentlich schon geschlossen?”, der dritte athemlos keuchend und Entschuldigungen stammelnd; und diese Nachzügler sind immer dieselben Leute, die nicht etwa Amt oder Beruf verhindert, zur rechten Zeit zu kommen, sondern die eben, sie wissen selbst nicht warum, überall: im Theater, im Konzert, in Gesellschaftund folglich auch hier auf der Bibliothek zu spät kommen. Wenn in solchen Viertelstunden und gegenüber solchen Gästen den Bibliothekar seine angeborne Liebenswürdigkeit einmal im Stiche ließe, wäre es ein Wunder?“

„Verwirren Sie mich nicht mit Fakten!“ – Vom Verkehr mit öffentlichen Bibliotheken

§15 Der Verkehr mit öffentlichen Bibliotheken
“Wer die im vorliegenden Buche angegebenen Hilfsmittel und Wege der Literaturermittlung sich zu Nutze macht, wird in der Regel vermöge seines umsichtigen und methodischen Vorgehens imstande sein, auch die Bücherschätze der öffentlichen Bibliotheken im vollerem Maße auszunutzen, und insofern einen Vorsprung vor anderen haben, oder gewinnen, die ohne jede bibliographische Ermittlungstechnik nur das in den Kreis ihrer Betrachtungen ziehen, was ihnen gerade zufällig aus den zu Händen gekommenen Fachzeitschriften bekannt wird..”

Juristische Bücherkunde, 1953

Die ideale Bibliothek

(Keine Nutzer, keine Bücher)

Eine wirtschaftliche Effizienz-Analyse hat ergeben, dass der am stärksten störende und ressourcenbindende Faktor der Bibliothek die NutzerInnen sind.
In einem nächsten Schritt soll dem Rektorat vorgeschlagen werden, den Betrieb versuchsweise ohne Nutzer abzuhalten. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Form des Betriebs viele Vorteile hätte.