ich weiß es ist gerade sehr hart für dich. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen. Aber nun, nachdem du uns so oft enttäuscht hast, denken wir es ist Zeit getrennte Wege zu gehen. Du wolltest immer nur das Eine von mir. Dass ich deine Bücher nochmal verlängere. Auch konntest du es nicht lassen mit Bleistift in unsere Präsenzexemplare zu malen, was ich anfangs charmant fand. Irgendwann aber ging es nicht mehr. Wir haben uns einfach auseinandergelesen. Daher möchten wir die Lösung deines Bibliothekskontos vorschlagen, und uns von dir als Nutzer trennen.
Sei nicht traurig, wir können bestimmt gute Freunde bleiben. Bitte sei so lieb und retourniere noch unseren Kommentar zum Medienrecht.
Zusammen mit min kæreste habe ich ein Glossar mit Alltags-Dänisch zusammengestellt, das den Kontakt zu den Einwohnern erleichtert, smalltalk Pausen überbrückt und für jede Situation passende Antworten liefert.
“hvor kan jeg købe en paraply her” wo kann ich hier einen Regenschirm kaufen?
“give mig 17 kilo fineste smergel” geben sie mir 17 kilo feinstes schmirgelpapier
“min mor er en vandkande” Meine Mutter ist eine Gießkanne
“oplevelsen af giraffen er skandaløst” das auftreten der giraffe ist skandalös
“liget Huset er åben” Das Leichenhaus ist geschlossen
“min telefon er alvorligt såret” Mein Handy ist schwer verletzt
1. Schreibe empörte Aufrufe an die Institute, in denen du abgängige Bücher und
Zeitschriftenhefte einmahnst. Schreibe in den Betreff „Dringend gesucht!“, und
hebe die Ernsthaftigkeit der Lage hervor indem du möglichst viele behördliche
Anweisungen gibst. Verwende Polizeisprache.
„Um sachdienliche Hinweise wird gebeten“
“gerne nehmen wir auch anonyme Hinweise am Schalter entgegen“
“Sollten Sie nicht aus falsch verstandener akademischer Solidarität Missetaten
Ihrer Kollegen decken“
“werden wir uns als Bibliothek nicht scheuen auch modernste kriminaltechnische
Verfahren einzusetzen (Suchhunde, DNA Abgleich, Fingerabdruckanalyse)“..
„Soeben hat uns die Nachricht erreicht, dass unsere Videoüberwachung außerhalb
der Öffnungszeiten einen Vorfall dokumentiert hat, der es uns erlaubt die
Ermittlung auf ein bestimmtes Institut einzugrenzen. Bedenken Sie dass ein
Eingeständnis auch zum jetzigen Zeitpunkt noch strafmildernd wirkt.“
Beobachte in der folgenden halben Stunde an welchen Instituten Panik ausbricht.
Mache ein Video davon, das du auf youtube stellst.
Beende alle Mails mit dem Hinweis auf die Unschuldsvermutung
und unterschreibe mit:
„Die Polizei ermittelt“
2. Schreibe dir selbst unter dem Absender „Ein besorgter
Bürger“ larmoyante und langatmige Leserbriefe, die auf Missstände in der
Bibliothek hinweisen. Beantworte alle Briefe ausführlich und gehe detailliert
auf die beschriebenen katastrophalen Zustände ein (Seifenspender am Klo nähert
sich neuem Tiefstand, Snackautomat gibt nur 10 Cent Stücke retour, Buch x hat
einen Druckfehler, aktuelle tagespolitische Entwicklung, Weltklimawandel).
Klage über die dir bekannten unerträglichen Übelstände, und bedanke dich für
die wertvollen Hinweise im Dienste der Republik Österreich. Nutze für den
gesamten Briefwechsel das allgemeine virtuelle Helpdesk, so dass alle mitlesen
können.
3. Schreibe in ein paar häufig gebrauchte Großkommentare
kitschige Liebeserklärungen auf die Titelseite.
Bsp „Hättest du mich so sehr geliebt wie die Erfüllungsgehilfenhaftung nach
§1313a AGBG, dann wäre alles ganz anders gekommen.“
„Unsere Beziehung war immer schon eine Rückabwicklung im Dreiecksverhältnis,
und niemals das synallagmatische Schuldverhältnis das wir uns versprochen
hatten.“
„Ohne dich bin ich doch nichts als eine forderungsentkleidete
Eigentümerhypothek“
4. Male mit Buntstiften ein impressionistisches Porträt von
einem Bibliotheksgast. Überreiche es ihm/ihr zum Abschied mit den Worten: „Für
die schöne Zeit, die wir hier gemeinsam verbracht haben.“
da kauern sie wieder am Boden, und schauen traurig. man möchte eine Münze in ihren Kaffeebecher werfen, im Vorübergehen, für das schlechte Gewissen. Aber man soll das nicht auch noch unterstützen. Hams ja sonst nicht leicht im Leben, arme Tröpfe. Tun mir leid Diese Kunststudenten, mit ihren Zeichenblöcken.
Liebe Studierende, wie schön dass ihr meinem Hinweis gefolgt seid. Und nun statt Post-its eure Lineale in den Büchern liegen lasst. Die kann man auch viel besser weiterverwenden! Für die Zukunft: Gerne gesehene Hinterlassenschaften wären auch: flache Zotter-Schokoladen (zartbitter), Konzertkarten (nur Tocotronic bitte) oder Geldscheine eurer Wahl.