Ein Gedicht

Zum gestrigen “Tag der Poesie” habe ich ein Gedicht für Euch geschrieben.
Es ist sehr romantisch, und geht so:

Rosen sind rot,
Veilchen sind blau,
wer mit Buntstift in unseren Bibliotheksbüchern herumschmiert
wird zum Kostenersatz gemäß der Bibliotheksordnung verstattet ihr Lümmel!

Die kosmische Rache – Teil 2

Vor einigen Tagen war der Professor in der Bibliothek und konnte sein Buch nicht mehr verlängern (Teil 1). Nun ist er wiedergekehrt und startet einen neuen Versuch..

Professor:
“Ich bräuchte das Buch noch einmal für mein Forschungsprojekt..könnten Sie
es mir noch mal verlängern?”
Bibliothekarin:
“Sie schon wieder! Ich hab Ihnen doch gesagt, dass das nicht geht. Das
Buch muss erst mit einem speziellen energetischen Verfahren von der
negativen Schwingung gereinigt werden, und derweil..
Professor:
„Ja, derweil habe ich auch ein wenig an mir gearbeitet! Ich
habe mich mit meiner negativen Aura konfrontiert, einige Seminare besucht und
meine Meridiane gründlich durchsortiert: Und jetzt geht es mir viel
besser!”
Bibliothekarin:
“Ja, das ist ja schön und gut, aber..”
Professor:
“Sie hatten ganz recht, und sehen Sie, meine Aura ist jetzt so positiv
aufgeladen, dass selbst das Buch davon gereinigt wurde! Ich kann es hier in die
Sicherheitsschranke halten, und es piepst nicht einmal!”
Bibliothekarin:
“Zeigen Sie mal her..!”
Professor:
“Ich habe nun so starke Energiewellen in meiner Aura, dass ich alle
Bücher..”
Bibliothekarin:
“SIE!! Sie haben den Magnetstreifen einfach aus dem Buch gerissen! Das
kann doch nicht wahr sein?! Da ist ja klar dass die Alarmsicherung nicht mehr
funktioniert! Sie Schurke, Sie!”
Professor:
“Sie haben aber auch eine sehr negative Aura! Und überhaupt: Welche
Magnetstreifen?”
Bibliothekarin:
“Die äh, Magnetstreifen, also die magnetischen, wollte ich sagen,
die..energetischen Schutzstreifen, die wir zum Schutz der Bücher, ähm,
anbringen. Bei Vollmond. Jetzt GEBEN SIE SOFORT DAS BUCH wieder HER!”
Professor:
“Halt! (zückt seinen BMW-Schlüssel und hält ihn schützend vor sich) Keinen
Schritt näher! Ich rufe sofort mit meinem Lichtschwert die
Einhornpolizei!!”
Bibliothekarin:
“Geben Sie mir das Buch.”
Professor:
“Nein! Es ist alles ein GEBEN und NEHMEN, wir müssen gemeinsam im
harmonischen Kosmos der Energien zusammenarbeiten, um unsere Meridiane im
Gleichklang der Energiefelder..”
Bibliothekarin (seufzt)
“Na, gut..Wie lange..brauchen Sie’s?”
Professor:
“Nur noch 2 Wochen. Bis zum 2. April. Dann bring ich es fix
retour.”
Bibliothekarin:
“Na gut. Gehen Sie hin im Frieden. Und: Die Sache bleibt unter uns!”
Professor:
“Sowieso. Großes Energetiker-Ehrenwort!”

Verlässt triumphierend die Bibliothek

Bibliothekarin
(schüttelt Kopf): „Sie lernen so schnell..“

Die kosmische Gerechtigkeit

Professor: “Ich bräuchte das Buch noch für mein Forschungsprojekt, könnten Sie es mir bitte noch mal verlängern?”
Bibliothekarin: “Das geht leider nicht, das Buch muss jetzt erst wieder entstört und von den schädlichen Energieflüssen in der Welt gereinigt werden.”
Professor: “Wie bitte?”
Bibliothekarin: “Wenn die Bücher längere Zeit aus meiner heilenden Aura entfernt waren, müssen wir sie erst wieder für einige Zeit mit positiver Energie betanken, und dieser Prozess kann nur hier in der Bibliothek durchgeführt werden.”
Professor: “Was faseln Sie denn da für einen Unfug!?”
Bibliothekarin: “Sie können mir ruhig vertrauen, sehen Sie: Wenn ich das Buch hier auf das Lesegerät halte, dann piepst es – das ist wegen der schädlichen Strahlung!! Die muss erst wieder entladen werden, dann kann das Buch wieder in den schädlichen Kosmos des Alltags entlassen werden. Und diese Energiefelder..”
Professor: “Das liegt doch nur an dem Magnetstreifen im Buch! -Sie haben das Buch gerade mit diesem Lesegerät geschärft, ich habs doch gesehen, und darum piepst es jetzt.”
Bibliothekarin: “ENERGIEFELDER!”
Professor: “Sie sind ja nicht ganz..”
Bibliothekarin: “Sie haben aber auch eine ganz verflixt negative Aura! Das spür ich bis hier, da tun Sie mir richtig leid, mit dieser negativen Aura. Aber hören Sie, ich kann das Buch im Expressverfahren mit meinem Organon für Sie entstören, und es so wieder für den Energiefluss öffnen, als Ausnahme quasi. Gegen eine kleine mildtätige Spende würde ich das herzlich gerne für Sie tun.”
Professor: “Eine Spende? Dafür dass Sie mir das Buch nochmal entschärfen – Frechheit!”
Bibliothekarin (lächelt milde): “Das Leben besteht aus GEBEN und NEHMEN. Wir müssen alle zum Kreislauf beitragen… der mit unseren Energien… in einem Miteinander des Seins..
Professor: “Na gut, wie viel?”
Bibliothekarin: “95 Euro. Schnäppchen quasi.”
Professor: “95 Euro? Für einen Klick an ihrem Computer da? – Sie spinnen wohl, ich gehe jetzt!”
Bibliothekarin: “Gut – dann bleibt “Schwerer gewerbsmäßiger Betrug mit alternativen Heilmethoden” eben hier!”
Professor: “Sie werden mich noch kennenlernen!”
Bibliothekarin: “Ja, gerne. Friede sei mit Ihnen, Friede sei mit Ihnen!”

Berittene Bibliothekspolizei

Es ghört dass die Gesetzesfaust
Auf das Gesindel niedersaust!
(Rainhard Fendrich)

Sehr verehrtes Rektorat!
Nachdem Sie meinem letzten Antrag bedauerlicherweise nicht nachgekommen sind (Verlegung einer Rohrpostanlage durch mein Büro), appelliere ich ein letztes Mal inständig an Ihre geschätzte Verantwortung:
Wir brauchen die BERITTENE BIBLIOTHEKSPOLIZEI!
Es führt gar kein Weg daran vorbei, dass durch diese Maßnahme in unseren schönen Freihandbereichen endlich wieder für Recht und Ordnung gesorgt wird –
Nur berittenes Fachpersonal der Bibliothek kann durch ein rasches Einschreiten und Überspringen des Drehkreuzes schnell eines frechen Bücherdiebes habhaft werden, und wer bitte, frage ich Sie, soll das Rücksortieren der Bücher in den Morgenstunden besser obwalten, als ein entsprechend ausgestattes Buchwagengespann? Die Pferde könnten am Campus mit Sicherheit gewinnbringend für alle möglichen Transportwege eingesetzt werden, und auch ein nahegelegenes Weiden der Bibliothekspferde in den Praterauen wäre zweifellos gut machbar.

Ich bitte Sie, überlegen Sie sich das, es ist in vielen europäischen Ländern Standard und sollte in keiner guten Bibliothek fehlen.
Ich verbleibe wie immer, mit untertänigsten Grüßen,
die Ihrigste

* Falls sich manch einer fragt, warum dieses Pferd gar so seltsam aussieht: Ich habe in der Zwischenzeit einigermaßen gut zeichnen gelernt, aber Pferde sind eben einfach ein anderes Kaliber. Sie können das leicht überprüfen, indem sie selbst einmal versuchen eines zu zeichnen.