Spielverlauf: die zweite Halbzeit

Zum  Ende des Spiels überschlagen sich die Ereignisse: “Drei volle Stapel Zeitschriften noch, fünf Minuten vor dem Spielende. Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt. Ich glaube, auch Bibliotheks- Laien sollten ein Herz haben und sollten sich an der Begeisterung unserer Mannschaft und an unserer eigenen Begeisterung mitfreuen und sollten jetzt Daumen halten.                Drei  zu  zwei führt die Zivilrechts-Signatur nach dem Linksschuß von Rill/Schäffer der flach im unteren Regalboden einschlug […] Die deutschen Großkommentare zum BGB, wie von der Tarantel gestochen, lauern die Loseblattdeckel, drehen jetzt den siebten oder zwölften Gang auf. Und Mayer flankt – Öhlinger abseits – Schuß – aber nein, kein Tor! Kein Tor! Kein Tor! Öhlinger abseits. […] Bachmann zu Doralt. Doralt in Außenposition. Könnte nach innen flanken. Schießt! Aber er schießt an den kurzen Regalboden. Es                gibt eine Buchstütze vom Tor der Ungarn/Osteuropäisches Wirtschaftsrecht. Vielleicht lässt der Schiedsrichter auch nachspielen, wegen der einen oder zwei                Verletzungen, die passiert sind. Die Entscheidungssammlungen sind völlig aus dem Häuschen. Zivilrecht ist wieder im Buchbesitz. Rummel hat den Ball bekommen. Rummel spielt zu Koziol Bollenberger. Ball verfehlt. Koziol am Ball im Mittelkreis – aber Klang springt dazwischen –                 hat abgewehrt. Die ganze Rückstellmannschaft setzt sich ein –                 mit letzter Kraft, mit letzter Konzentration. Ein Buchwagen                fällt hin. Vergaberecht, an zwei Lehrbüchern vorbei – jetzt haben die                Österreicher eine Chance – spielen ab zum hinteren rechten Flügel – Sramek –                 jetzt ein Schuß! Gehalten von Manz! Gehalten! […] Die Österreicher    erhalten einen Einwurf zugesprochen. Der ist ausgeführt – kommt  Linde, und – aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Die Bibliothek ist geschlossen.

Shelfie

Hier mal wieder eines meiner beliebten, total ungestellten Shelfies.

ok, leicht nachbearbeitet, aber ich kann ja die Studierenden nicht ständig fragen ob sie mich bitte kurz fotografieren könnten. Wie sieht denn das aus?
(das mit der verlorenen Wette und dem Beweisfoto glauben sie mir schon lang nicht mehr)

Ich weiß auch nicht warum diese “unterm Arm Pose” so beliebt ist auf Covern.

Wie man sich einen schönen Arbeitstag macht II

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Wie man sich einen
schönen Arbeitstag macht II

1. Schreibe empörte Aufrufe an die Institute, in denen du abgängige Bücher und
Zeitschriftenhefte einmahnst. Schreibe in den Betreff „Dringend gesucht!“, und
hebe die Ernsthaftigkeit der Lage hervor indem du möglichst viele behördliche
Anweisungen gibst. Verwende Polizeisprache.
„Um sachdienliche Hinweise wird gebeten“
“gerne nehmen wir auch anonyme Hinweise am Schalter entgegen“
“Sollten Sie nicht aus falsch verstandener akademischer Solidarität Missetaten
Ihrer Kollegen decken“
“werden wir uns als Bibliothek nicht scheuen auch modernste kriminaltechnische
Verfahren einzusetzen (Suchhunde, DNA Abgleich, Fingerabdruckanalyse)“..
„Soeben hat uns die Nachricht erreicht, dass unsere Videoüberwachung außerhalb
der Öffnungszeiten einen Vorfall dokumentiert hat, der es uns erlaubt die
Ermittlung auf ein bestimmtes Institut einzugrenzen. Bedenken Sie dass ein
Eingeständnis auch zum jetzigen Zeitpunkt noch strafmildernd wirkt.“

Beobachte in der folgenden halben Stunde an welchen Instituten Panik ausbricht.

Mache ein Video davon, das du auf youtube stellst.

Beende alle Mails mit dem Hinweis auf die Unschuldsvermutung
und unterschreibe mit:
„Die Polizei ermittelt“

2. Schreibe dir selbst unter dem Absender „Ein besorgter
Bürger“ larmoyante und langatmige Leserbriefe, die auf Missstände in der
Bibliothek hinweisen. Beantworte alle Briefe ausführlich und gehe detailliert
auf die beschriebenen katastrophalen Zustände ein (Seifenspender am Klo nähert
sich neuem Tiefstand, Snackautomat gibt nur 10 Cent Stücke retour, Buch x hat
einen Druckfehler, aktuelle tagespolitische Entwicklung, Weltklimawandel).
Klage über die dir bekannten unerträglichen Übelstände, und bedanke dich für
die wertvollen Hinweise im Dienste der Republik Österreich. Nutze für den
gesamten Briefwechsel das allgemeine virtuelle Helpdesk, so dass alle mitlesen
können.

3. Schreibe in ein paar häufig gebrauchte Großkommentare
kitschige Liebeserklärungen auf die Titelseite.
Bsp „Hättest du mich so sehr geliebt wie die Erfüllungsgehilfenhaftung nach
§1313a AGBG, dann wäre alles ganz anders gekommen.“
„Unsere Beziehung war immer schon eine Rückabwicklung im Dreiecksverhältnis,
und niemals das synallagmatische Schuldverhältnis das wir uns versprochen
hatten.“
„Ohne dich bin ich doch nichts als eine forderungsentkleidete
Eigentümerhypothek“

4. Male mit Buntstiften ein impressionistisches Porträt von
einem Bibliotheksgast. Überreiche es ihm/ihr zum Abschied mit den Worten:
„Für
die schöne Zeit, die wir hier gemeinsam verbracht haben.“

Aua

Anfechtung: Jene Nutzer die Korinek/Holoubek BVG Kommentar Art 60 BVG (Bundespräsidentenwahl) gerade horten, werden gebeten diesen beizeiten zurückzustellen, die Bibliothek würde ihn gerne auch mal wieder nachlesen.

Datenschutz

“Aus Gründen von Datenschutz und Betriebsspionage wurden neue Technologien aus unserer IT-Abteilung stets unter strengster Geheimhaltung in verdunkelten Räumen getestet.

Weshalb sie dabei immer so laut jubelten würde uns zeitlebens ein Rätsel bleiben, und so wurde es dem allgemeinen Erfolgskurs und den besonders gelungenen Projekten dieser Abteilung zugeschrieben.”