Medien und Nachhaltigkeit – Archivrestauration

„Wer sich mit Kupferstichen auskennt lässt sich am Flohmarkt nicht so leicht bescheißen..

Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir. Vom Dachshaarpinsel bis zur Baumhütte – heute wird es sehr biologisch!

Von Pseudopapieren, Lederenthaarung und Wachssiegelrestauration: Restauration, lernen wir, ist ein Handwerk das man noch durch herumvagabundierendes Aufhalten in Klöstern lernen kann, irgendwo angesiedelt zwischen Zahntechnik, Apotheke und der Tätowierkunst in John Irvings Romanen. Und: gegen Käferchen darf man besser nichts haben.

Vom Lumpenschmuggel, der Entstehung des Papiers (Hadern und Lumpen), Sommer- und Winterpapier. Mikroorganismen: Archivare leben gefährlich.

ES LEBT!
Heute lernen wir viel über Flora und Fauna zwischen den Buchdeckeln:

Grünspanfraß, Tintenfraß, PILZE, jede Menge Pilze, und: über die Fraßgänge des Buchkäfers..

Restauratoren fallen aufgrund der verwendeten Chemikalien
unter die Schwerarbeiterregelung
Beim Umblättern nicht die Finger abschlecken: das kennen wir aus “Der Name der Rose”.

Des weiteren gibt’s noch ein paar Luftfeuchtigkeitsberechnungen und: warum es in Neubauten schimmelt

Bis zu meinem 7., 8. Lebensjahr habe ich mich intensiv damit beschäftigt, ein möglichst gutes Baumhaus zu bauen  – eigentlich eine Frühform der Statik.

Vortragender sammelt heftig Sympathiepunkte 

Dschungelcamp für Bibliothekare

Zum Abschluss gabs eine Führung durchs Haus, die mit allen Indiana-Jones-Elementen einer Wanderung gut mithalten konnte: mit der Taschenlampe durch dunkle Tunnelsysteme, Staublawinen, tropische Hitze und tosender Wind – nur die harten kommen in den Garten.

Bibliotheksbau

Von Flächenwidmungsplänen, Brandschutz und Fluchtwegen..

Wichtige Namen und Normen dazu:
Otto Wagner, Faulkner-Brown, Della Santa, sowie:

DIN 277 – Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau
ÖNORM B 1600 – Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen
ÖNORM B 1601 – Spezielle Baulichkeiten für behinderte oder alte Menschen – Planungsgrundsätze
ÖNORM B 1602 – Barrierefreie Schul- und Ausbildungsstätten und Begleiteinrichtungen
ÖNORM B 1610 – Barrierefreie Gebäude und Anlagen -Anforderungen für die Beurteilung der Barrierefreiheit
ÖNORM A 1680 – Garderobenschränke für den Nicht-Wohnbereich
ÖNORM A 2050 – Vergabe von Aufträgen über Leistungen: Ausschreibung, Angebot, Zuschlag
(Verfahrensnorm)
ÖNORM A 2060 – Allgemeine Vertragsbestimmungen für Leistungen (Vertragsnorm)
ÖNORM A 2063 – Austausch von Leistungsbeschreibungs-, Ausschreibungs-, Angebots-, Auftragsund
Abrechnungsdaten in elektronischer Form
ÖNORM B 2062 – Aufbau von Standardisierten Leistungsbeschreibungen unter Berücksichtigung
automationsunterstützter Verfahren (Verfahrensnorm) [inkl. Korrektur vom 01.09.1996]
ÖNORM B 2063 – Ausschreibung, Angebot und Zuschlag unter Berücksichtigung
automationsunterstützter Verfahren (Verfahrensnorm) [inkl. Korrektur vom 01.09.1996]

 

„Alles Walze“ – die Österreichische Mediathek

Unser letzter Kurstag vor Ostern endet mit einem Besuch in der österreichischen Mediathek!

#Von Wachswalzen, Dörrgeräten und dem großen Festplattenverbund.

Das österreichische Archiv für Tonaufnahmen und Videos aus Kultur- und Zeitgeschichte sammeln, herstellen, bewahren und zugänglich machen – Die Österreichische Mediathek

Früh morgens tauchen wir ein in die Faszination vergangener analoger Welten. Vortragender erklärt, dass man jeden guten Vortrag mit Walter Benjamin beginnt (jawoll!), weiters lernen wir was Viragierung ist, und dass Nitrofilm auch unter Wasser munter weiterbrennt, (weshalb man von einer unsachgemäßen Lagerung tunlichst absehen sollte).

Auf meinem Kaffeebecher glaube ich eine Mephisto-Gestalt (aus dem Film von1960) zu erkennen, es wird wohl Zeit für ein wenig Urlaub.

Dateien sind wie Pferde. Wenn sie nicht bewegt werden, gehen sie ein.

Wir hören historische Tondokumente, das “Aufziehen der Burgwache, 1910″, und verschiedene Figl-Reden (die teilweise nachträglich eingesprochen und rückdatiert wurden).
– Die Problematik der Retouche wird besprochen, welche es offenbar nicht erst seit Varoufake gibt.

Das Aufziehen der Burgwache.1910.m4a

Ein nahe gelegenes Café rettet uns in der Koffeinwüste.

Der gute alte Edison und sein Phonograph. Von alten Schellackplatten, und der Zeit als man noch “Kurbeln musste”.
Durchwegs philosophisch werden wir auf die Ostertage eingestimmt: “Von der Obsoleszenz der Geräte”, der “Erosion des Werkbegriffes”, und schließlich: dem Konzept der “ewigen Migration”.

#Mittagspause stellt hohe Anforderungen an das bibliothekarische Signaturverständnis.

Nur dass Tondokumente in Dörrgeräten (ja, die von den Pflaumen) zur Kurzkonservierung gedörrt werden, halten wir vorerst für einen Schmäh.

Was hier alles archiviert wird, macht uns staunen.
Süß auch, diese Iphone-Hüllen, die aussehen wie echte alte Audiokassetten.

Hach ja, das waren noch Zeiten, als man mit der Hand am RECORD-Knopf vom Kassettenrekorder auf die Ö3 Top 40 am Freitag Abend wartete..brauchts gar net so schauen, so alt bin ich schon.

Im Schallplattenwald.

Von Beethoven bis Schubert, alles da.

Und es stimmt doch: Schweizer Dörrgeräte, solide Ware zum Dörren von Tondokumenten (und Pflaumen).