Schanigarten

Der Begriff „Schanigarten“ ist leider nicht als Schlagwort normiert, was eigentlich schon für sich genommen ein Skandal ist. In solchen Fällen ist die ganze Kreativität der Fachreferenten gefragt, eine möglichst gute Umschreibung mit verwandten Begriffen zu erzielen. Eine sehr juristische Tätigkeit, dringt man doch so zum Begriffskern von so manchem Wesen durch, der links und rechts von „falschen Freunden“ gesäumt wird. Schallend lachen musste ich allerdings vor Jahren über eine Monographie zu „Forum Shopping“, die eine treue Seele mit „Einkaufszentrum“ beschlagwortet hatte.

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Kaffee

Beste Widmung aller Zeiten, oder wie meine bessere Hälfte immer sagt: „Danken Sie jemandem, von dem Sie realistischerweise nie wieder loskommen werden. Danken Sie ihren Eltern.“

„Nicht unerwähnt bleiben darf die ungeheure Menge an Kaffee, ohne die diese Dissertation niemals entstanden wäre. Zu Beginn zählte ich noch die Kilogramm Zucker, die ich in diesem Gebräu voller Wunder vernichtete.“

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We like the old fashioned..

In der letzten Woche haben wir die kompletten Entscheidungen des OGH und BGH in Zivilsachen in die Bibliothek übersiedelt, die ein Institut aus Platzmangel zu uns abgegeben hat. Etwas, das wir immer öfter erleben, dass aus Platzgründen auch von lang gepflegten Dingen Abschied genommen wird, zumal ja auch digital zunehmend vorhanden. Als Bibliothekarinnen haben wir trotzdem einen Faible für den Staub der Vergangenheit: Wo es Wolkenmarmor und Goldprägung gibt, wo sich der poröse Buchrücken schon bedenklich wölbt und Zeitungspapier aus längst vergangenen Zeiten im Einbanddeckel preisgibt, da schlägt unser Herz höher, und diesen Effekt vermag bislang keine Datenbank anzurichten..:)

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*In Zeiten von Wirtschaftskrisen und speziell während der Kriegszeit wurden oft Zeitungspapier oder alte Bücherseiten zur Einband-Stabilisierung verwendet, das kommt manchmal Jahre später zum Vorschein, das war auch hier wieder gut zu sehen.

Warum Mari Kondo an unserer Bibliothek scheiterte..vom Loslassen können und Bücher ausmisten

 

Dieser Tage vermisste ein bekannter Lehrender der hiesigen Anstalt seine Brille, die mutmaßlich auch in unseren Bestand geraten sein könnte. Indessen entrümpelt in einem beliebten Streamingsender eine resolute Japanerin diverse Haushalte, und inspiriert auch hierzulande gerade verzweifelte Seelen zum Ausmisten ihrer (hauptsächlich emotionalen) Ballast-Stücke. Die Wenigsten wissen wahrscheinlich dass Mari Kondo ihre Ausbildung in unserer Bibliothek genoss. Woran sie daran grandios scheiterte, wie das mit dem Bücher ausmisten so ist, warum Trennung oft schwer fällt, und warum man einmal im Bestand abgelegte Sachen definitiv niee wieder findet (dafür andere, seltsame), davon in Bälde mehr an dieser Stelle….